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Wie geht Wald? – Eine Waldwanderung mit der Bergwald Offensive

Gemeinsam mit Klaus Dinser von der Bergwaldoffensive Allgäu durften wir in den Wäldern am Rottachberg bei Rettenberg hier bei uns im Allgäu erleben, was unser heimischer Bergwald alles kann. Wir durften tiefer in die Waldwelt eintauchen und haben spannende Zusammenhänge erfahren – zum Beispiel wem der Wald eigentlich gehört, was man macht, wenn der Borkenkäfer im Anflug ist und wie unser Wald auch für künftige Generationen erhalten werden sollte.



Unsere Bergwälder sind ein einzigartiger Schatz der Natur 💚 Sie bieten Erholung und Naturgenuss, sind Lebensraum für viele gefährdete Arten und ermöglichen zugleich die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Darüber hinaus leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren.

Die Bergwaldoffensive hat sich zum Ziel gesetzt, unsere Bergwälder im bayerischen Alpenraum – also auch bei uns im Allgäu, zu schützen, auszubauen und zu bewahren. Denn, die Bedeutung des Bergwaldes als Schutzwald, Lebensraum und Rohstofflieferant steigt. Und ohne aktive forstliche Maßnahmen wird er seine lebenswichtigen Funktionen auf Dauer nicht erfüllen können.


Das Problem ist: der Allgäuer Bergwald entspricht in seiner aktuellen Altersstruktur und Baumartenzusammensetzung nicht dem Ideal eines stabilen Bergmischwaldes. Warum? Weil wir hier im Allgäu meist überalterte und gleichförmig aufgebaute Fichtenreinbestände haben. Und durch den fortschreitenden Klimawandel steigt das Risiko, dass diese Fichtenreinbestände durch Stürme oder den Borkenkäfer geschädigt werden. Optimal für den Allgäuer Bergwald wäre Mischwald aus Fichten, Tannen, Buchen und Bergahorn.



Was also tun?

Ziel der Bergwaldoffensive im Ober- und Westallgäu ist, den Bergwald schon heute an die Wuchsbedingungen von morgen anzupassen – wir brauchen also einen klimatoleranten Bergmischwald. Wichtig ist hier vor allem Stabilität, Vitalität und Baumartenmischung. Dazu muss der Wald durch zielführende Maßnahmen umgebaut werden. Diese forstlichen Maßnahmen reichen von Pflanzungen über Waldpflegearbeiten, einer naturverträglichen Walderschließung bis hin zur Erstellung von Jagdkonzepten.


Für Waldbesitzer*innen sind viele dieser Maßnahmen aber nicht kostendeckend oder aufgrund der ungünstigen Besitzstruktur überhaupt nicht durchführbar – oft gehört ein Stück Wald vielen verschiedenen Einzelpersonen. Deshalb berät die Bergwaldoffensive private Waldbesitzer*innen kostenlos und kompetent, um sie zu motivieren, ihren Wald zu einem Bergmischwald umzubauen oder organisiert Grundstücks-übergreifende Sammelmaßnahmen. Denn nicht selten fällt dabei ein Baum über zwei oder mehr Grundstücksgrenzen, weil die Flurstücke im Wald oft sehr schmal sind. Im Idealfall betreut die Bergwaldoffensive Waldbesitzer*innen von Anfang bis Ende, sprich von der Erschließung, also dem forstlichen Wegebau über die Durchforstung bis hin zur Pflanzung neuer Bäume.


Doch nicht nur Waldbesitzer*innen haben im Wald was zu sagen. Auch die Jägerschaft, Älpler*innen, Gemeinden, Naturschutzverbände und der Tourismus arbeiten mit dem Wald und in ihm. Diese verschiedenen Interessengruppen und Meinungen werden auf von der Bergwaldoffensive organisierten Versammlungen unter einen Hut gebracht.


Beim Waldumbau spielt der natürliche Baumnachwuchs im Wald – Naturverjüngung genannt, eine wichtige Rolle. Die kleinen Bäume sind perfekt an die örtlichen Umweltbedingungen angepasst, sie sind kostenlos – und: sie sind Delikatessen für’s Wild. Damit diese kleinen Bäume aber ungehindert aufwachsen können, ist eine engagierte Bejagung von Reh, Gams und Rothirsch erforderlich. Die Bergwaldoffensive unterstützt die Jägerschaft dabei, zum Beispiel durch die Finanzierung von Jagdkonzepten.


Entscheidendes Gremium der Bergwaldoffensive im Allgäu ist der Beirat. Er setzt sich aus lokalen Politiker*innen und Vertreter*innen verschiedener Interessensverbände zusammen und bildet das politische Rückgrat der Bergwaldoffensive.



Und zu guter Letzt spielt die Öffentlichkeitsarbeit der Bergwaldoffensive eine wichtige Rolle. Nur so können die lokale Bevölkerung und die Waldbesitzer*innen auf die Bergwald-Thematik aufmerksam gemacht werden. Denn wer versteht, warum die Bergwälder dringend umgebaut werden müssen, hat auch mehr Verständnis und Akzeptanz für forstliche Maßnahmen.


"Es gibt kein Ökosystem, das so viel Artenvielfalt beheimatet, wie der Wald." – Klaus Dinser

Durch das Zusammenspiel dieser Faktoren soll es gelingen, die Rahmenbedingungen für den Bergwald zu verbessern und die Waldbesitzer*innen zu motivieren, ihren Wald möglichst rasch und gezielt auf den Klimawandel vorzubereiten. Dadurch sollen die Bergwälder mit der Vision der Bergwaldoffensive auch in Zukunft erhalten werden – „Für eine sichere und lebenswerte Allgäuer Bergwelt“.

 

Du willst mehr über das Ökosystem Wald erfahren? Warum wir Wald brauchen und wie Forstwirtschaft funktioniert? Dann schau bei www.bergwald-offensive.de vorbei, folge @bergwald.allgaeu auf Instagram oder auf Facebook! Dann verpasst du die nächste Waldwanderung auch nicht :)

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