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  • Elia Schick

Eine Ode an den Wald

Aktualisiert: Okt 7

In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein vieler Menschen von "Live Fast, Die Young" zu "Live Slow, Die Old" gewandelt. Digitaler Omnipräsenz, Alltagshektik und Arbeitsstress begegnet man mit Entschleunigung. Yoga, Achtsamkeitsübungen, Mediation und digital detox, es gibt zahlreiche Methoden gegen die Überbelastung vorzugehen. Allen, die das Glück haben im Allgäu zu wohnen, wo der nächste Wald meist nur wenige Geh- oder Radminuten entfernt ist, können wir eine weitere Praktik zur Stresslinderung empfehlen, das Waldbaden. Macht Spaß, ist wunderschön, kostet nix und ist super gesund.

50 shades of green

Der Begriff Waldbaden kommt aus dem japanischen von Shinrin Yoku, das schon seit den 70ern Erholung verspricht und ist mittlerweile fester Bestandteil der japanischen Gesundheitsvorsorge. Shinrin Yoku bedeutet wörtlich "ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen" und genau darum geht es. Abtauchen in eine andere Welt, den Kopf ausschalten und sich treiben lassen während man sich von Gerüchen, Geräuschen, Farben und Entdeckungen leiten lässt. Klar, dass einem ein Spaziergang im Wald guttut und den Alltag vergessen lässt weiß eigentlich jeder, dafür braucht es keinen Trend mit fancy Namen aus Japan. Hinter Waldbaden stecken jedoch ausnahmsweise mal keine Öko-Mums mit Selleriesaft-Überdosis (na gut, nicht nur), sondern eine wirklich spannende Wissenschaft.

Es gibt zahlreiche Studien zu den positiven Auswirkungen des Waldbadens und anderer Naturerlebnisse, man nennt das den Biophilia-Effekt. Vor allem in der medizinischen Forschung gab es spannende Erkenntnisse, beispielsweise wurden Patienten in einem Krankenhaus mit Blick ins Grüne schneller wieder gesund und brauchten weniger Medikamente als Patienten mit Blick auf eine Mauer. Heute ist die sogenannte Waldmedizin ein großer und wichtiger Bereich mit interessanten Fortschritten beispielsweise in der Krebsforschung. Aber zurück zum Waldbaden. Was genau passiert da denn? Der Grund für die spürbar positiven Effekte eines Waldbesuchs ist sehr vielschichtig. Ein wichtiger und großer Bestandteil sind jedoch die Terpene. Bäume kommunizieren untereinander über Botenstoffe, sogenannte Terpene, die sie durch die Luft senden. Über Lunge und Haut nehmen wir dieses biochemische Gasgemisch auf und spüren direkt einen positiven Effekt, wie Entspannung, Stresslinderung und freieres Atmen. Der Einfluss von Terpenen auf unsere Gesundheit geht jedoch noch weit darüber hinaus. Sie fördern die Konzentration der körpereigenen Killerzellen (die jegliche Erreger erkennen und bekämpfen), der Erste-Hilfe-Zellen (die geschädigte Zellen reparieren) und bestimmter Proteine (Perforin, Granulysin & sog. Granzyme), die eine wesentliche Rolle in unserer Krebsbekämpfung spielen, wie Studien der Professoren und Mediziner Qing Li und Tomoyuki Kawada herausfanden.


Suchbild: Wer findet das kleine Fuchsauge?

Wenn du also das nächste Mal das Gefühl hast, im Stress zu versinken, mach dein Handy aus und geh 'ne Runde im Wald spazieren, schau dir an wie absurd viele verschiedene Grüntöne es da gibt und wie gut frisches Holz und nasses Moos riechen. Und merk dir immer: Benimm dich, wenn du zu Besuch bist, denn du bist nur Tourist.

Unsere liebsten und schönsten Allgäuer Wälder, in denen wir gern die Seele baumeln lassen:

Fotos: Nona

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